Krönung für die Nikkei-Küche – und ein fader Beigeschmack?

Karl-F. Lietz

Lesedauer: 2 Minuten

Maido in Lima zum besten Restaurant der Welt gekürt – doch die Rangliste bleibt umstritten

Ein Hoch auf die perua­nische Küche: Bei der Verleihung der renom­mierten „World’s 50 Best Restau­rants 2025“ wurde das Restaurant Maido in Lima auf Platz 1 gewählt – und damit offiziell zum besten Restaurant der Welt gekrönt. Küchenchef Mitsuharu „Micha“ Tsumura begeistert mit seiner modernen Inter­pre­tation der Nikkei-Küche – einer kulina­ri­schen Verschmelzung von japani­scher Präzision und perua­ni­scher Aromen­kraft.

Peru glänzt gleich vierfach in den Top 50

Neben Maido konnten sich drei weitere Restau­rants aus Lima unter den besten 50 weltweit platzieren:

  • Kjolle von Pía León (Platz 9),

  • Mérito (Platz 26, Neuein­stieg),

  • Mayta von Jaime Pesaque (Platz 39).

Zusätzlich erscheint das auf rund 3.500 Höhen­metern gelegene Forschungs­re­staurant MIL von Virgilio Martínez auf Platz 75 der erwei­terten Liste. Es gilt als experi­men­telles Labor für Aromen aus extremer Höhe.

Die Botschaft ist klar: Peru hat sich längst einen festen Platz unter den großen kulina­ri­schen Nationen der Welt erkocht. Mit Zutaten­vielfalt, kultu­reller Tiefe und kreativer Offenheit begeistert das Land Genießer auf allen Konti­nenten.

Doch wie objektiv ist „die beste Küche der Welt“?

So erfreulich die Anerkennung für die perua­nische Spitzen­gas­tro­nomie ist – die Liste der „World’s 50 Best Restau­rants“ bleibt unter Branchen­kennern umstritten. Haupt­kri­tik­punkt: die mangelnde Trans­parenz der Bewer­tungs­kri­terien. Wer wie bewertet, nach welchen Maßstäben, und in welcher Frequenz – darüber schweigen sich die Organi­sa­toren weitgehend aus. Auch der Einfluss von Marketing, Netzwerk­struk­turen und PR wird immer wieder hinter­fragt.

Im Gegensatz etwa zum Guide Michelin, der klar definierte Inspek­ti­ons­stan­dards verfolgt, basiert die „50 Best“-Liste auf einem globalen Abstim­mungs­system mit über 1.000 Gastronomiejournalist:innen, Köch:innen und Reisenden. Die Auswahl ist subjektiv, mitunter von Trends oder geopo­li­ti­schen Strömungen beein­flusst – was das Ergebnis zwar spannend, aber nicht unbedingt objektiv oder vergleichbar macht.

Ein Land auf dem kulina­ri­schen Höhenflug

Unbestritten bleibt: Peru hat kulina­risch enorm aufgeholt. Gleich zwölf Mal wurde das Andenland bei den World Travel Awards als „Bestes kulina­ri­sches Reiseziel der Welt“ ausge­zeichnet. Und 2024 kürten die World Culinary Awards Lima zur „Besten Food-Metropole Latein­ame­rikas“. Die Kombi­nation aus jahrtau­sen­de­alter Esskultur, indigenem Wissen, kolonialen Einflüssen und inter­na­tio­nalem Spirit macht die perua­nische Küche zu einer der faszi­nie­rendsten unserer Zeit.

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